Aktuelle Filme

Le Jeu

20. Juni | 20.30h

Regie: Fred Cavayé

Drei befreundete Paare und ein Single treffen sich zu einem gemeinsamen Nachtessen. Damit sich der Abend nicht in öder sozialer Routine verfängt, kommt man auf ein ausgefallenes Spiel: Alle legen ihre elektronischen Geräte in die Mitte des Tisches, so dass die eingehenden digitalen Botschaften – SMS, E-Mails oder Tweets – für alle sichtbar sind. Das verspricht lustig zu werden, geht aber nicht lange gut. Schliesslich führt die neue Transparenz zu einem veritablen Erdbeben. Fred Cavayé inszeniert da einen amüsanten Reigen, der auf dem ganz normalen Doppelleben basiert.

Nuestro Tiempo

21. Juni | 20.30h

Regie: Carlos Reygadas

Unweit von Mexiko City führen Ester und Juan eine Ranch, die Kampfstiere züchtet. Die beiden sind stolz darauf, eine offene Beziehung zu führen. Doch als Ester sich hinter dem Rücken des Mannes auf eine Affäre einlässt, bröckelt die vernünftige Fassade. Auf einmal brechen sich Eifersucht und machistische Kontrollwut Bahn. Der Mexikaner Carlos Reygadas lotet aus, welche urtümlichen Mächte dem Konzept der freien Liebe Grenzen setzen.

God Exists – Her Name Is Petrunya

22. Juni | 20.30h

Regie: Teona Strugar Mitevska

Ihr Leben in einem Nest in Mazedonien ist grau und trist – bis sie sich ungebeten in ein reines Männerritual einmischt: Beim traditionellen Kreuzwerfen springt Petrunya in den eiskalten Fluss und fischt die Beute heraus, die eigentlich den Jungs vorbehalten wäre. Das bringt die Männer gegen sie auf und schliesslich den Popen sowie die Polizei auf den Plan. Aber Petrunya lässt sich nicht kleinkriegen: Sie hält – gegen alles Gezeter und offene Drohungen – an der Trophäe fest, vor allem aber an ihrem Recht, auch als Frau ernst genommen zu werden. Teona Strugar Mitevska verarbeitet einen realen Vorfall zur Satire auf eine Gesellschaft, die sich modern geben möchte, aber noch immer tief in patriarchalen Strukturen und Denkmustern verhaftet ist.

Spuren und Geschichten

24. Juni | 18.00h

Regie: Francis Reusser

Francis Reusser (*1942) gehört zu den welschen Cineasten, die in den sechziger und siebziger Jahren das Schweizer Kino praktisch neu erfanden: als ein Kino des Wider-standes, in dem die Grundwelle von 68 stets zu spüren ist. Nun blickt Reusser in ei-nem humorvollen filmischen Tagebuch zurück auf sein Leben und sein Schaffen. Er besucht Stationen seines Lebens, flicht Bilder sowie Dialoge aus alten Filmen ein und kommentiert diese aus heutiger Sicht. Entstanden ist so eine höchst persönliche Er-innerungsspur, darüber hinaus aber auch ein cineastisches Gedächtnis unseres Lan-des, das Aufschluss gibt über die Entwicklung der Medien wie der Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit

24. JUN | 20.30h

Regie: Julie Cohen und Betsy West

Von rechts wird sie angefeindet, von Feministinnen als Ikone verehrt; Ruth Bader Ginsburg (*1933) polarisiert. Die Juristin entstammt einer jüdischen Familie aus Brooklyn und hatte es anfänglich in einer ausgesprochenen Männerdomäne nicht leicht. In den Siebzigern setzte sie sich erfolgreich gegen Geschlechterdiskriminierung ein, unter Bill Clinton wurde sie schliesslich als erst zweite Frau in den Obersten Gerichtshof gewählt. Über Interviews und Dokumentaraufnahmen zeichnen Julie Cohen und Betsy West das Bild einer aussergewöhnlichen Frau, die konsequent ihre politische Linie verfolgt, dabei aber Humor bewahrt und für Menschen jeglicher Couleur offen bleibt.

YULI

25. JUN | 20.30h

Regie: Iciar Bollain

Yuli kann schon als Bub Jacksons Moonwalk perfekt imitieren. Der Vater erkennt das Potential, will den Jungen zu seinem Glück zwingen und prügelt ihn buchstäblich durch eine Tanzausbildung. Als Yuli sich schliesslich mit der zugedachten Rolle identifiziert, entfaltet er sein ganzes Talent. Das führt ihn hinaus aus Kuba; er wird zum Mitglied des Royal Ballett in London und zum ersten schwarzen Tänzer, der den Romeo spielt. Die Spanierin Iciar Bollain zeichnet das Leben des kubanischen Tänzers Carlos Acosta (*1973) nach, wobei sie die einzelnen Entwicklungsstationen geschickt mit Ballettauftritten des Stars verflicht. Sie bringen zum Ausdruck, was sich im Rahmen eines gewöhnlichen Biopics nicht sagen lässt.